Unser Konzept
Im Internationalen Kindergarten des DAI Heidelberg ist die Kinderbetreuung eingebettet in die Frühvermittlung einer zweiten Fremdsprache. Allen Aktivitäten übergeordnet sind die Ermutigung und Förderung der frühkindlichen Neugierde und Aufnahmefähigkeit und der Phantasie.
Vorwort
Die Gründung des Internationalen Kindergartens wurde beschlossen aufgrund der Nachfrage englischsprachiger Eltern, die eine bezahlbare Einrichtung der Kinderbetreuung suchen, in der die Sprachentwicklung der Muttersprache ihrer Kinder auch in Deutschland gefördert wird. Diesen Eltern ist es ein Anliegen, dass ihre Kinder nach der Rückkehr in die englischsprachige Heimat in ihrem Sprachvermögen den Altersgenossen nicht nachstehen.
Hierzu gesellten sich zahlreiche Anfragen deutscher Eltern, welche die im frühkindlichen Alter besonders ausgeprägten Fähigkeiten des Zweitspracherwerbs für ihre Kinder nutzen möchten.
Die Betreuung in Gruppen aus gemischten Nationalitäten bietet den deutschsprachigen Kindern die Möglichkeit, die Fremdsprache im Spiel mit ihren Altersgenossen und im spielerischen Vorschulunterricht quasi nebenbei zu erlernen.
Die Stadt Heidelberg mit ihrem hohen Anteil an Bewohnern aus verschiedenen englisch- und anderssprachigen Ländern bietet sich für ein solches Modell in besonderem Maße an.
Frühkindlicher Zweitspracherwerb
Der Internationale Kindergarten des DAI fördert die sprachliche Früherziehung bzw. Zweisprachigkeit ab dem Kleinkindalter. In Englischkursen für Kinder, mit denen das DAI mehrjährige Erfahrung hat, wurde immer wieder bestätigt, was Pädagogen und Neurowissenschaftler nicht müde werden zu betonen: das Lernen einer Fremdsprache fällt umso leichter, je jünger ein Mensch ist. Das frühe Kindesalter bietet ein großes Potenzial an Lerneifer, Neugierde und Aufnahmefähigkeit, und es wäre schade, dieses ungenutzt verstreichen zu lassen.
Wie wertvoll es ist, die englische Sprache zu beherrschen, muss hier nicht ausgeführt werden – dies wird in einer globalisierten Welt vorausgesetzt. Um Kinder auf eine Gesellschaft mit vielen verschiedenen Kulturen vorzubereiten, ist es von großer Bedeutung, dass eine gemeinsame Sprache gesprochen wird. Aber nicht nur der wichtige soziale Aspekt der Verständigung spricht für den frühen Zweitspracherwerb. Darüber hinaus ist mittlerweile bekannt, dass hierdurch die kognitive Entwicklung des Kindes in besonderem Maße gefördert wird. Sprachkenntnisse und ein gutes Sprachvermögen versprechen gute Aussichten in den Bereichen Schule und Beruf und sind darüber hinaus förderlich für die Entwicklung der Persönlichkeit.
I. Pädagogische Grundprinzipien
Unsere Lehrkräfte verfolgen klar definierte Lehrplan-Ziele, die sich durch spielerische Gestaltung des Unterrichts optimal erreichen lassen. Hier werden Impulse gegeben, welche die Kinder dazu anhalten, ihrem natürlichen Lerneifer freien Lauf zu lassen und ihre Interessen und Fähigkeiten weiter auszubauen.
Im Zentrum des Kindergarten-Konzeptes stehen:
• Bilinguale Erziehung
• Individuelle Persönlichkeitsentwicklung & respektvolle Umgangsformen
• Lehrpläne, die den Betreuerinnen als Leitfaden dienen, die aber von den Kindern mitbestimmt und ergänzt werden sollen
• Vorschulunterricht
• Kleingruppen
II. Lernen aus PISA: Kleingruppen
Die bilinguale Erziehung und die übrigen oben erwähnten pädagogischen Grundprinzipien können nur umgesetzt werden, wenn den Kindern eine entsprechende Zahl von Betreuerinnen zugeordnet wird. Der Kindergarten des DAI ist insofern ein Modellprojekt, als dass die Zahl der Betreuerinnen pro Kinder gegenüber herkömmlichen Kindergärten verdoppelt wurde. In dieser Hinsicht wurde das im Rahmen der PISA-Studie sehr hervorgehobene Skandinavien als Vorbild genommen.
Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich diese Praxis mehr als bezahlt macht. Während der herkömmliche Betreuungsschlüssel von zwei Betreuerinnen pro 24 Kindern in der Regel keine wirkliche Beschäftigung mit dem einzelnen Kind zulässt, können bei einer Verdoppelung der Anzahl der Betreuerinnen hervorragende Ergebnisse sowohl für das sprachliche Vorankommen und das Lernen der Kinder als auch für das Wohlbefinden jedes einzelnen Kindes verzeichnet werden.
Dass eine Verdoppelung der Anzahl der Betreuerinnen mit entsprechend höheren Kosten verbunden ist, ist selbstredend. Dass aber nach dem Schock von PISA ein tief greifendes Umdenken notwendig ist, erscheint uns ebenso klar zu sein. Mut zu Reformen im Bildungswesen ist die Voraussetzung dafür, dass unsere Kinder optimal auf die Zukunft in einer globalisierten Welt vorbereitet werden.
III. Tagesablauf
Grundsätzlich bewegen sich die Themen des Curriculums von der unmittelbar erfahrenen Lebenswelt der Kinder hin in einen Bereich, der nach und nach das Abstraktionsvermögen der Kinder befördert.
Um die spezifische altersgemäße Entwicklung zu berücksichtigen, verbringen die Kinder nach dem Frühstück ca. eineinhalb Stunden in einer altershomogenen Gruppe (sog. „Intensivphase“). Während die Dreijährigen in der Lion Group Kinder-Sprachspiele machen, Lieder und Reime einüben und einfache Unterhaltungsmuster in der englischen Sprache erproben, vertiefen die Vierjährigen in der Lightning Group ihre Kenntnisse (z.B. durch Spiele mit Flashcards, durch Storytime-Programme und Rollenspiele etc.).
Die fünfjährigen Kinder, die ABC-Owls, erhalten über das Grundprogramm hinaus Vorschulunterricht nach internationalem Standard. Dies beinhaltet insbesondere die Bereiche lesen, schreiben und rechnen. Der Pre-School-Unterricht ermöglicht den englischsprachigen Kindern den Schuleintritt nach der Rückkehr in ihr englisch-sprachiges Heimatland. Den deutschen Kindern ermöglicht es einen großen Sprung in ihrer kognitiven Entwicklung. Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass die Kinder mit unendlichem Eifer innerhalb kurzer Zeit große Lernschritte bewältigen, da sie in kleinen Gruppen und mit viel Aufmerksamkeit von Seiten des Lehrpersonals lernen können.
Nach der „Intensivphase“ können sich die Kinder an der frischen Luft austoben, bevor alle gemeinsam Mittagessen. Anschließend folgt die „Ruhephase“ mit Vorlese- und Bastelangeboten der Betreuerinnen, bevor die Kinder entweder um 15 Uhr oder um 16.30 Uhr abgeholt werden.
Little Bookworms
Der Internationale Kindergarten des DAI legt besonderen Wert auf die Einbeziehung von Büchern in den Tagesablauf der Kinder. Bücher -- auch für Kinder, die noch nicht lesen können -- spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung der Konzentration. Sie ermöglichen nicht nur den Zugang zu Informationen, sondern sind auch unentbehrlich, wenn es darum geht, die Phantasie anzuregen.
Sport
Ebenso wie die Förderung der frühkindlichen Neugierde legen wir Wert auf ausreichend Bewegung für die Kinder. Wir verbringen viel Zeit an der frischen Luft. Darüber hinaus haben die Kinder Sportunterricht. Ausserdem besteht die Möglichkeit, am Ballschul-Programm teilzunehmen. Vor allem in der wärmeren Jahreszeit machen wir regelmäßig Exkursionen in die Natur.
IV. Die Erzieherinnen
Die Erzieherinnen sind verantwortlich für die praktische Umsetzung des pädagogischen Konzepts des Internationalen Kindergartens. Sie bilden untereinander ein gleichberechtigtes Team; in regelmäßigen Treffen wird der Verlauf der Betreuung bzw. des Unterrichts besprochen und evaluiert; für Konflikte und Differenzen werden gemeinschaftlich Lösungsvorschläge ermittelt.
Die Erzieherinnen sollen das Unterrichtsziel, einen respektvollen und freundlichen Umgang der Kinder untereinander und mit ihren Mitmenschen zu fördern, durch eigenes Beispiel vorleben.
Sprachliche Aspekte
Die Erzieherinnen sprechen Englisch als Muttersprache, sind aber fast alle zweisprachig (deutsch/englisch). Neben der englischen Sprache gibt es intensive deutsche Sprachförderung, die sowohl von den englischsprachigen Kindern als auch von deutschsprachigen in Anspruch genommen wird.
Inhaltliche Aspekte
Die Erzieherinnen sind für die Einhaltung des Curriculum verantwortlich.
In Zusammenarbeit mit dem DAI arbeiten die Erzieherinnen an einer
ständigen Weiterentwicklung des Curriculum, in das auch stets neue
Erfahrungen einfließen sollen.
V. Zusammenarbeit mit den Eltern
Zum Wohle der Kinder ist eine positive Zusammenarbeit zwischen den Erziehungsberechtigten und den Erzieherinnen außerordentlich wichtig. Daher sollen sich die Erzieherinnen in einem regelmäßigen Austausch mit den Eltern befinden. Auf diese Weise sollen ein Vertrauensverhältnis und ein offenes Miteinander entstehen.
Mögliche Formen der Zusammenarbeit sind:
• Tür- und Angelgespräche
• regelmäßig stattfindende Elterngespräche
• Elternabende (s. unten)
Außerdem führen die Erzieherinnen ein Gruppenbuch, in welchem sie neben einem kurzen Bericht des Tages insbesondere besondere Situationen (größerer Streit, auffälliges Verhalten etc.) festhalten. Die betreffenden Eltern werden über alle besonderen Vorkommnisse informiert.
Zu Beginn des Kindergartenjahres findet eine Elternversammlung statt. Dieser Abend dient zunächst zum Kennenlernen insbesondere neuer Eltern und zum Informationsaustausch. Darüber hinaus wird der Elternbeirat gewählt. Diese unterstützen die Erziehungsarbeit und stellen den Kontakt zum Elternhaus dar (vgl. § 5 Kindergartengesetz).
VI. Rahmenbedingungen
Öffnungszeiten:
Der Kindergarten ist geöffnet: Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr.
Schließzeiten
Zwischen Weihnachten und Neujahr und 3 Wochen in den Sommerferien ist der Kindergarten geschlossen. Die genauen Termine werden den Eltern rechtzeitig bekannt gegeben.
Aufnahmekriterien
Englischsprachige Kinder und Geschwisterkinder werden bevorzugt.
Darüber hinaus berücksichtigen wir das Alter des Kindes und die jeweils aktuelle Gruppenstruktur.
Im Kindergarten in der Kuno-Fischer-Straße 2 wird Kindern aus Neuenheim der Vorzug gegeben.
Beiträge
An der Finanzierung des Kindergartens werden die Eltern durch einen Elternbeitrag beteiligt. Die Höhe der Beiträge ist gestaffelt und richtet sich nach der Höhe des Einkommens der Eltern und nach der Länge der täglichen Betreuung. Die Höhe der Beiträge und die möglichen Betreuungszeiten entnehmen Sie bitte dem gesonderten Blatt „Beiträge“.
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